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Kindererholung
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Informationen für Gastfamilien

An dieser Stelle wollen wir über die Erholungsmassnahmen, die wir seit 1996 für Kinder aus Weißrussland organisieren, über die Aufgaben und Erlebnisse von Gasteltern bei denen diese Kinder untergebracht waren, berichten.
Einmal im Jahr, in der Regel am Anfang der Sommerferien, laden wir eine Gruppe von Kindern im Alter von 8 bis 16 Jahren ein, um für etwa 3 Wochen gesund ernährt zu werden, unsere saubere Luft und Landschaft zu geniessen und um etwas von unserer Lebensweise und Kultur zu erleben - was den Kindern dann vielleicht in ihrem weiteren Leben Anregung und Hilfe sein kann - so hoffen und erleben wir. All dies ist am besten zu verwirklichen, wenn die Kinder in Familien untergebracht sind, wo sie in den Alltag mit eingebunden sind, persönlich betreut werden können und manches erleben. Bisher konnten so über 1000 Kinder einen Erholungsurlaub in unserer Region verbringen.
Es ist ganz natürlich, dass man bei der Frage, ob man ein Kind aus Weißrussland aufnehmen kann, vor allem an die Sprachschwierigkeiten denkt. Denn nur selten können Kinder in diesem Alter etwas Englisch oder gar Deutsch, um sich verständlich zu machen; umgekehrt wird wohl kaum jemand von uns Russisch reden können. Hier können wir aber aus der langjährigen Erfahrung berichten, dass es kaum grössere Schwierigkeiten gegeben hat, dass noch jeder zurechtgekommen ist. Es sind auch immer mehrere Deutsch sprechende Betreuerinnen und Betreuer bei der Gruppe, die bei Problemen angerufen bzw. zu einem Besuch gebeten werden können. Wir versuchen diese Betreuerinnen oder Betreuer immer in Orten unter zubringen in denen eine grössere Anzahl Kinder wohnt, damit sie auf kurzem Wege erreichbar sind. Natürlich sollte ein Wörterbuch im Hause sein; die Tschernobyl-Hilfe Erbeskopf e.V. stellt auch eine Übersetzungshilfe mit den wichtigsten Wörtern und Sätzen zur Verfügung, mit der beide Seiten arbeiten können. Im Übrigen ist es sehr von Vorteil, wenn man die Möglichkeit hat, gleich zwei Kinder aufzunehmen; die können sich in ihrer ungewohnten Lage gegenseitig helfen, unterhalten und gemeinsam vermitteln!
Zur Entlastung der Gasteltern und damit sich die Kinder zwischendurch mit Ihresgleichen austauschen und austoben können werden an ein bis zwei Nachmittagen in der Woche ein Zusammentreffen bei Spielen und Unterhaltung ermöglicht. Hier ist die Tschernobyl-Hilfe Erbeskopf e.V. auch auf die Beteiligung von Vereinen und Organisationen am Freizeitprogramm angewiesen. Wir suchen Vereine welche bereit wären einen Vor- oder Nachmittag mit den Kindern zu gestalten, sie können sich unter den angegebenen Telefonnummern melden.
Unabhängig davon tun sich da und dort Familien zusammen, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Bei schönem Wetter sind Besuche in den Freibädern sehr zu empfehlen da die Kinder dies von Zuhause nicht kennen. Durch die Unterstützung von Städten und Verbandsgemeinden erhalten wir immer Freikarten zum Besuch der Schwimmbäder.
Wie schon angedeutet, gab es bisher noch keine grossen Probleme; gelegentliche Schwierigkeiten konnten immer ausgeräumt werden. Natürlich sind weißrussische Kinder genauso unterschiedlich in ihrem Temperament, Gewohnheiten und Talenten wie unsere! Darauf muss man sich einstellen, muss Kompromisse schliessen und darf nicht zu enttäuscht sein, wenn es einmal nicht so läuft, wie erwartet.
Da die Kinder in der Regel nicht optimal ausgestattet bei uns ankommen, ist es am Anfang wichtig ggf. Fehlendes, aber unbedingt Nötiges zu besorgen; dazu bieten wir in der ersten Woche einen "Kleiderbasar" mit gebrauchten Kleidern und Schuhen an (in der Regel ein Grundproblem). Zum Kleiderbasar können auch Sie durch Sammeln im Bekannten- und Verwandtenkreis beisteuern.
Für die Kinder wird eine Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung abgeschlossen.

Nun noch einige typische Erfahrungen bzw. Ratschläge für den täglichen Umgang:

- Das Waschen von Unterwäsche ist für die Kinder eine "peinliche" Angelegenheit. Wir geben Ihnen bei der Vorbesprechung vor der Ankunft der Kinder einige Tips.

- Schlafanzug bzw. -hemd sind anscheinend vielfach unbekannt. Auch hier muss man je nach Alter und Situation mit Fingerspitzengefühl eingreifen.

- Wundern Sie sich nicht, wenn die Kinder nachts zusammen in einem Bett liegen - das ist in Weißrussland durch die beengten Wohnverhältnisse oft nötig.

- Waschen ist - wie oftmals bei Kindern - kein bevorzugter Akt. Andererseits muss man oft beim Duschen bremsen und auf Wasser- und Energiekosten hinweisen.

- Das Essen ist bei uns natürlich anders als in Russland. Daher kann es Schwierigkeiten geben. Probieren lassen! Allgemein beliebt sind Eintöpfe und Kartoffelpuffer, Pfannkuchen. Natürlich auch Obst! Auch zum Mittagessen wird gerne (trockenes) Brot gegessen.

- Radfahren sollte nur unter Aufsicht erfolgen.

Nach dem Aufenthalt in unserer Region ergibt sich dann, ob es zu weiteren Beziehungen mit den Familien in Weißrussland kommt. Sicher erwarten wir mindestens einen Dankesbrief, aber das ist nicht garantiert; das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es gibt aber sehr viele Beweise für einen dauerhaften Kontakt, insbesondere natürlich brieflich (in unterschiedlichen Sprachen). Der Briefverkehr von Weißrussland nach Deutschland und umgekehrt ist unproblematisch und schnell.

Bei der Auswahl der Kinder gibt es - unter anderem - das Problem: die Kindererholung soll nicht zu einer subventionierten Veranstaltung einzelner Familien werden, die "ihr Kind" unterstützen wollen. So sehr dieses Engagement zu begrüssen ist - es sollen ja möglichst viele Kinder in den Genuss einer Erholung bei uns kommen. Wir suchen den Kompromiss dahingehend, dass einerseits die Altersgrenze ein fester Rahmen ist, andererseits eine Einladung nur höchstens dreimal möglich ist. Allerdings wurden verschiedentlich auch andere Kinder aus einer Familie bzw. der Verwandtschaft eingeladen. In jedem Fall soll möglichst die Hälfte der Kinder das erste Mal zu uns kommen.

Zum Schluss noch ein Hinweis, der uns wichtig scheint! Diejenigen, die sich zur Hilfe für Kinder bzw. Menschen in Weißrussland entschieden haben, engagieren sich dann - oft zusammen mit der Verwandtschaft - sehr und statten die Kinder großzügig mit allen möglichen Sachen und Geld aus. Dies bringt aber auch Probleme: einerseits ist im Bus nur begrenzter Platz für das Gepäck und zum anderen provoziert man leicht in Weißrussland ein Anspruchsdenken, das man dann wieder den Menschen dort vorwirft, wenn die Kinder mit entsprechenden Erwartungen hierher kommen bzw. geschickt werden. Daher heisst es, die Kinder zwar liebevoll betreuen und versorgen, aber vernünftige Grenzen einzuhalten!

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenn Sie sich persönlich mit uns und bisherigen Gastfamilien unterhalten wollen, freuen wir uns auf Ihren Anruf.
 

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